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Zur Entstehungsgeschichte der FFw Annaburg

Eines der ersten Bilder der FFw Annaburg

Im Januar 1892 wurde Herr Gemeindevorsteher Abeit und ich, W. Grüne, zum Amtsvorsteher , Herrn Betge, gefordert woselbst der Feuerlösch-Inspektor der Provinz Sachsen, Herr Krameier, einen Vortrag über die Gründung und Zweckmäßigkeit einer Pflichtfeuerwehr hielt. Es wurde beschlossen, dementsprechend in der Gemeinde hinzuwirken und mit den Vorbereitungen zu beginnen. Im Februar aber verstarb Herr Abeit infolge eines Schlaganfalles und als Nachfolger wurde Herr Reitzenstein gewählt. Derselbe bemühte sich, tatkräftige Männer für diesen Zweck zu erwerben und seine Bemühungen waren von Erfolg, indem schon am 16. März eine (Vorstand)-Versammlung einberufen werden konnte. 18 Mann fanden sich bereit, auf 3 Jahre, ihren Dienst bei der Feuerwehr anzutreten. Dieser Tag ist als der Tag der Gründung anzusehen. Die Ausrüstungsgegenstände wurden von Herrn Görnasset aus Langensalza bezogen. Die ersten Übungen wurden von dem Portier bei Herrn Heizmann, einem Herrn Vobelt, welcher langjähriger Feuerwehrmann bei der Berliner Feuerwehr war, geleitet. Selbiger Herr gab aber diesen Posten schon nach zweimaliger Übung auf. Es wurde nun W. Grüne und Oskar Scheibe als Führer der Feuerwehr bestimmt. Die ersten Übungen fanden auf dem Hof des Herrn Reitzenstein statt. Die späteren Übungen waren im Garten des Brandmeisters O. Scheibe, welcher von Ihm zur Verfügung gestellt wurde.

Gründungsmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Annaburg 16. März 1892

Reckziegel

Wagner

Zoberbier, Karl

 Günther, Franz

Winkler, Ferdinand

Grüne, Wilhelm

Fischer, Wilhelm

Pleetz, Franz

Bornmann,Wilhelm

Scheibe, Oskar

Wille, Emil

Röder, Franz

Gründner, Julius

Hässner, Christian

Wäsch, Hermann

Schurig, Bernhard

Weiß, Wilhelm

Fuhrmann, Heinrich

Altes Annaburger Wappen

In Protkollen der FFw Annaburg zwischen

1892 und 1954 aufgestöbert

Am 27. Juli 1892 brannte die Dampfschneidemühle von W. Kuntze ab. Es waren vier Spritzen in Tätigkeit, und die Purziener Spritze stand zur Reserve. Es gaben Wasser die Fabrik-, Schloß- und unsere beiden Spritzen. Die Schloss spritze und unsere neue Spritze waren auf der Brücke aufgefahren und wurden die angrenzende Scheune, das lagernde Holz und das Kesselhaus dadurch in Schutz genommen. Die alte Spritze war von uns im Garten bei Schulze und die Fabrikspritze auf der anderen Seite des Grabens aufgestellt, und deckten die Gebäude am Wühltor. Dieses Feuer war nach unseren Verhältnissen ein Großfeuer. Es stellten sich verschiedene Mängel an fehlenden Gerätschaften heraus, auch bedauerlicherweise zeigten einige Kameraden nicht die nötige Lust und Ausdauer zum Feuerlöschdienst.

Am 1. Januar 1894 sowie am 7. Januar führte die Feuerwehr ein Theater auf, beide Aufführungen ergaben eine Einnahme von Mark 328. Der Gesangsverein Liedertafel überwies uns auch Mark 20,85 Pfennige. Die Ausgaben und Unkosten beliefen sich auf Mark 115,62 Pfennige. Die Stücke, welche aufgeführt wurden, waren betitelt: Kiecke und Biecke, Sergant Schneidig und Rekrut Tölpel, Stiefelapell. Am 17. Januar 1894 fand eine Versammlung bei W . Schurig statt. Von den Kameraden der Feuerwehr wurde beschlossen, dass jedes Mitglied pro Monat 25 Mark zahlt als Beitrag. Die Verwendung des Betrages haben die Kameraden zu bestimmen. ... Sollte ein Feuerwehrmann ohne eine genügende Entschuldigung fehlen, so ist derselbe mit einer Geldstrafe von 25 Mark zu belasten.

In der am 9. Februar 1897 ordentlich anberaumten Versammlung, wozu 25 Kameraden erschienen waren, wurde beraten und erledigt: ... Der Auszug bei einem Begräbnis unserer Kameraden findet nur dann in Uniform statt, wenn derselbe bei einer Übung oder bei einem Brand verunglückte. Sonst wird dem Verstorbenen die letzte Ehre in Zivilanzug unter Vormarsch vor dem Sarge gegeben. Dieser Beschluss ist jedoch dann der Widerrufung unterworfen, es wird Uniform getragen. Am Totensonntag, dem 23. November 1902, kurz nach 11 Uhr entstand in dem Auszugshause von Schaffer auf dem Boden Feuer, welches sich bald dem großen Schafferschen Hause mitteilte. ... In Tätigkeit das erste Mal bei einem Brande die Spritze, welche erst einige Monate vorher die Gemeinde von dem Spritzenbauer Köbe in Luckenwalde gekauft hatte, unsere zweite Spritze, welche aus Herzberg von Heiligenstätt stammt, ferner die Fabriks- und die Schloss spritze.

Die Versammlung wurde am 22. September 1919 im Anschluss an eine Übung vom 1. Brandmeister P. Bornmann um 8 Uhr eröffnet... dann stellte er noch den Antrag: Wenn ein Kamerad Hochzeit hat, denselben durch ein kleines Geschenk zu beehren. Selbiger wurde angenommen. Ferner wurde beschlossen, noch in diesem Jahr ein kleines Vergnügen im kleinen Saal bei Kamerad Däumichen zu machen und zwar am 1. Sonnabend im November. Jeder Kamerad hat zwei Mark zu zahlen, ob er kommt oder nicht.

Der 1. Brandmeister Bornmann sprach bei der Versammlung am 28. Februar 1921, zum Stiftungsfest anfangs eine kleine Kino-Vorstellung geben zu lassen. Die Versammlung war über diesen Vorschlag sehr erfreut. Da aber der Kostenpunkt berührt wurde, wird die Kino-Vorstellung abgelehnt, aber dafür zwei Flaschen Kognack aus der Kasse bewilligt. Außerdem wurde, falls die Vergnügungssteuer nicht mehr frei sein sollte, anstandslose Bezahlung beschlossen. Zur Spritzenhaus- Einweihung stellt Kamerad Otto Linke in der Versammlung vom 18. Juli 1924 den Antrag, einen Herrenabend zu veranstalten, jeder aus eigener Kasse... Dagegen der 1. Brandmeister, daß der Rest der Kasse dazu verwendet werden soll, welcher Vorschlag mit 33 zu 3 Stimmen angenommen wurde. Nun kommt das Stiftungsfest in allgemeiner Aussprache... Es wird (am 5. Januar 1925) beschlossen, dasselbe in einem Bockwurstessen und anschließendem Ball abzuhalten. Mit Rücksicht auf den knappen Kassenbestand erhalten die Kameraden genannte Bockwurst aus der Kasse, für die Damen hat jeder selbst zu sorgen.

Der 1. Brandmeister Paul Bornmann gibt (am 28. November 1927) bekannt, dass der Ehrenbrandmeister Herr W. Grüne eine Auszeichnung für Verdienste im Feuerlöschwesen vom Ministerium des Innern erhielt und von den beiden Brandmeistern Herrn Bornmann und Herrn Reckziegel überreicht worden ist.

In Punkt III der Versammlung vom 28. April 1930 wird alles das früher Gesagte über Pflicht- oder Freiwillige Feuerwehr nochmals wiederholt und eine Umbildung in eine Freiwillige Feuerwehr einstimmig beschlossen. Als Umwandlungsdatum wird der 28. Januar 1931 genannt.

Der 1. Brandmeister gab (am 19. März 1934) den Wehren von Naundorf und Purzien bekannt, dass sich auf Minister- Verfügung eine Umgliederung der Freiwilligen und Pflichtfeuerwehren in Amtswehren notwendig mache. Gleichzeitig machte der 1. Brandmeister, jetzt Führer, die Kameraden mit den jetzigen Paragraphen bekannt.

Die Hornisten werden (am 8. August 1934) besonders darauf hingewiesen, besonders an den Plätzen, wo Feuerwehrleute wohnen, laut Alarm zu geben.

Kamerad Wallner stellt (am 18. Januar 1935) den Antrag an die Wehr, seine verbrannten Hosen zu ersetzen. Er glaubt nicht, daß seine Versicherung hierfür in Frage kommt... Kamerad Wallner schlägt vor, dass, wenn die Sozietät sich bockbeinig stellt, alle aus der Sozietät austreten müßten, um sich bei einer Privatversicherung zu versichern. Wehrführer Paul Bornmann begrüßt (am 15. November 1946) die anwesenden 21 Kameraden und erinnert sie an ihr Pflichtgefühl, auch in der schwersten Zeit Deutschlands ihm helfend zur Seite zu stehen, wenn er sie ruft. Dazu gehören nicht nur Brandbekämpfung und Katastropheneinsatz, es müssen auch zur Weiterbildung oder Instandsetzung der Geräte Übungen abgehalten werden.

Die übliche Kaffeetafel (zum 56. Stiftungsfest 1948) findet statt. Kuchen und belegte Brote muss sich jeder mitbringen  und zwar soviel, daß für diejenigen, die gar nichts haben, auch gesorgt ist... Das übliche Bockwurst- und Salat essen wird wieder verschoben bis zu besseren Zeiten.

Der Einsatz im Brandfall Gregor, früher Sägewerk Kunze, bzw. Tischlerei Wendland (im Sommer 1948) war in jeder Beziehung anerkennenswert. Genau 19 Minuten nach Alarmgabe wurde aus Handdruck- und Motorspritze Wasser gegeben. Aus zehn Rohren unserer Wehr wurde der Großbrand bekämpft, so dass Maschinenhaus, Stall und Wohngebäude, angrenzende Gebäude und vor allem der Holz Hof gehalten werden konnten. Die herbeigerufene Feuerwehr aus Torgau brauchte nicht mehr eingesetzt zu werden. Es kommt (am 19. Februar 1951) zur Bekanntgabe, dass in Zukunft die Alarmierung möglichst mit der Sirene erfolgen soll. Am 9. April 1951 wird festgelegt: Die Alarmierung erfolgt ab sofort immer durch die Sirene, und zwar bedeutet ein langer Ton - Feuer, ein heulender, schwankender Ton - Katastrophe.

Der Zweck der weitgehenden Einladung (am 15. Oktober 1951) war die Gründung einer von den Regierungsstellen vorgeschriebenen Brandschutzkommission. Alsdann ergreift der Kreisbrandmeister Ihle das Wort und erläutert die Notwendigkeit und Bedeutung der Brandschutzkommission. Er führt etwa aus: Jeder Brand wird grundsätzlich als eine Sabotage unserer politischen Gegnerschaft angesehen. Laut Erlaß des Innenministers werden deshalb die Kommissionen gebildet, für deren ordnungsgemäße Arbeit die Bürgermeister jeden Ortes verantwortlich sind.

Demnächst (Protokoll vom 19. August 1953) wird die Alarmschleife mit neuen Weckern versehen. Es stehen 15 Wecker und ein neuer Induktor zur Verfügung. Elektromeister Willi Fleck aus Annaburg hat den Auftrag zum Einbau erhalten.